Hauptausstellung

Interessante Einblicke in die brandenburgisch-preußische Geschichte

Sonderausstellung

[K]ein Kinderspiel - Spielzeug als Spiegel der Industrialisierung

vom 22. Februar bis 11. Dezember 2022

Die Vaterland

Die Vaterland war einer der größten Passagierdampfer, der jemals über die Weltmeere gefahren ist und gleichzeitig das weltweit größte mit Kohle betriebene Dampfschiff. Das Schiff der Hamburgisch-Amerikanischen Packetfahrt Aktiengesellschaft (HAPAG) war der zweite Dampfer der Imperator-Klasse neben den Schwesterschiffen, dem „Imperator“ und der später folgenden „Bismarck“. Der Bau der Vaterland begann im Jahr 1911 und dauerte rund zwei Jahre an. Am 3. April 1913 wurde der größte Passagierdampfer der Zeit in Hamburg von Kronprinz Rupprecht von Bayern getauft und konnte vom Stapel gelassen werden. Im selben Jahr, am 14. Mai 1913, brach die Vaterland zur Jungfernfahrt von Cuxhaven über Southhampton und Cherbourg nach New York auf, wo sie am 21. Mai 1913 ihr Ziel erreichte.

Die Vaterland war nicht nur in der Länge und Breite das größte Schiff der Welt, sondern konnte auch die meisten Passagiere befördern. Insgesamt konnten in den vier Klassen des Schiffs 3.900 Passagiere befördert werden. Dazu kam noch eine Besatzung von 1.200 Offizieren, Matrosen und Servicepersonal. Zum Vergleich: Bei der „Titanic“ waren es nur 2.400 Passagiere und die heutige „Queen Mary 2“ bietet Platz für 3.090.

Insgesamt fuhr die Vaterland nur siebenmal über den Atlantik. Zu Beginn des 1. Weltkrieges wurde das Schiff in New York festgesetzt und mit Kriegseintritt der USA 1917 offiziell beschlagnahmt. Die US-Navy übernahm das Schiff unter dem Namen „Leviathan“ und setzte es als Truppentransporter ein, um Soldaten nach Europa und verwundete Soldaten zurück in ihre Heimat. Nach Kriegsende wurde das Schiff wieder als Passagierschiff hergerichtet, wo es bis 1934 für die United States Linie auf dem Nordatlantik im Einsatz war. Doch neue Schiffe lösten den Passagierdampfer schon bald ab und 1938 wurde er in Schottland verschrottet.

Einen Blick in das Schiffsinnere erhalten Sie auf unserem YouTube-Kanal in der Videoreihe: #BPMUnboxing – 2