Hauptausstellung

Interessante Einblicke in die brandenburgisch-preußische Geschichte

Sonderausstellung

2020:

Wilde Heimat Brandenburg

Einzigartige Aufnahmen der Steinmetzmeisterin und Naturfotografin Anke Kneifel vom
22. März bis 6. Dezember 2020

Die Sonderausstellung 2020 werden wir statt einem Thema aus der preußischen Geschichte der einmaligen Naturlandschaft widmen, in der unser Museum beheimatet ist. In der Sonderausstellung „Wilde Heimat Brandenburg“ zeigen wir vom 22. März bis 6. Dezember atemberaubend schöne Naturfotos der Neuruppiner Steinmetzmeisterin und Naturfotografin Anke Kneifel: Säugetiere, Vögel und Insekten aus Wiese, Wald und Wasser im Ruppiner Land.

Diese werden wir mit der Geschichte der naturkundlichen Erforschung Brandenburgs in Zusammenhang bringen und mit Leihgaben aus dem Museum für Naturkunde Berlin illustrieren.

Das Rhinluch, in dem viele der ausgestellten Aufnahmen entstanden sind, ist das zweitälteste Naturschutzgebiet Preußens. Die rund 23.000 Hektar Niedermoorlandschaft zwischen Wustrau, Fehrbellin und Kremmen bergen eine einmalige Artenvielfalt. 170 Vogelarten, darunter 30, die auf der Roten Liste der bedrohten Arten stehen wie der Eisvogel, die Sperbergrasmücke, der Fischadler, die Heidelerche oder der Neuntöter. Im Herbst ist das Rhinluch einer der bedeutendsten Rastplätze Europas für die durchziehenden bis zu 70.000 Kraniche. Zehntausende Graugänse machen hier ebenfalls auf dem großen Flug nach Süden Station.

Naturfilm Wilde Heimat Brandenburg

14 Minuten

Rückschau

Rückschau 2019:

Marie Goslich

eine fotohistorische Ausstellung
mit Bildern Brandenburgs um 1900
mit den Augen einer
Pionierin des Fotojournalismus

Als Marie Goslich 1882 aus einem Schweizer Pensionat in ihre brandenburgische Heimat zurückkehrte, veröffentlichte Theodor Fontane gerade den vierten Band der „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. Mit seinen Beschreibungen der Herrenhäuser, Klöster und Kirchen verlieh er dem verblassenden Ruhm des alten Preußen noch einmal neuen Glanz.

Doch mit dem Dreikaiserjahr 1888 war dieses alte Preußen endgültig Geschichte – die Gründerkrise war überwunden und es herrschte allgemeine Aufbruchsstimmung. Der Siegeszug der Technik ging mit einer Beschleunigung aller Lebensbereiche einher. In den Großstädten rollten die ersten Autos durch die inzwischen elektrisch beleuchteten Straßen. Zur Jahrhundertwende wurden diese Entwicklungen auch auf dem Land sichtbar, nicht zuletzt in Gestalt der Städter. Diese strömten im Zuge der erwachenden Freizeit- und Körperkultur aus den Städten ins ländliche Idyll.

Marie Goslich beschrieb diesen Wandel in Artikeln und Essays und hielt ihn mit der Plattenkamera fest. Ihre Motive fand sie nicht nur im städtischen Milieu, sondern auch auf dem Land – bei den Bauern, Handwerkern, Fischern, Hausierern und vor allem den Frauen. Ihre einfühlsamen Bilder dienten Marie Goslich vor allem dazu, ihre sozialkritischen Reportagen zu illustrieren. Ihre Glasnegative überdauerten in einem Treppenverschlag im Havelland. Sie zeigt in ihren Bildern die Ankunft der Städter auf dem Land und das Leben und die Arbeit auf dem Land, vor allem der Frauen und Kinder.