Hauptausstellung

Interessante Einblicke in die brandenburgisch-preußische Geschichte

Sonderausstellung

[K]ein Kinderspiel - Spielzeug als Spiegel der Industrialisierung

vom 22. Februar bis 11. Dezember 2022

Ehrhardt Bödecker (1925–2016)

Gründer und Stifter

Ehrhardt Bödecker wurde in Zwickau (Sachsen) geboren, wuchs aber in Warnemünde auf. Als 17jähriger Feuerwehrmann erlebte er 1942 den Bombenangriff auf Rostock. Mit 18 Jahren wurde er zur Luftwaffe eingezogen und im Frühjahr 1945 in Österreich schwer verwundet. Nach dem Krieg studierte Ehrhardt Bödecker in Berlin Jura. 1950 ging er mit einem der ersten Fulbright-Stipendien für ein Studienjahr in die USA. Es folgte das zweite Staatsexamen und die Berufung zunächst als Amtsrichter, dann an das Verwaltungsgericht. Nach dem Unfalltod seines Schwiegervaters Hans Weber 1966 übernahm er die Leitung der noch sehr kleinen Weberbank und machte sie bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1995 zu einer der größten Privatbanken Deutschlands. Im Alter von 70 Jahren konzipierte und stiftete Ehrhardt Bödecker das Brandenburg-Preußen Museum, ein leidenschaftliches und von persönlicher Begeisterung geprägtes Verteidigungsplädoyer für das Königreich Preußen und das Deutsche Kaiserreich. Er verstand seine durchweg positive Darstellung als seinen Beitrag zu einer Debatte, in der Preußen häufig nur mit Militarismus und Reaktion gleichgesetzt wurde. Am 6. Dezember 2016 starb Ehrhardt Bödecker im Alter von 91 Jahren.

In der Geschichtswissenschaft hat die ehemals polarisierte Auseinandersetzung über die Bewertung Preußens längst einer ausgewogeneren Betrachtung Platz gemacht. Doch in der öffentlichen Diskussion scheiden sich an Preußen immer noch die Geister. Die einen halten „preußische Traditionen“ für das „Gegengewicht zum Werteverfall im heutigen Deutschland“, für die anderen ist Preußen „ein Synonym für alles Abstoßende in der deutschen Geschichte“. (Christopher Clark) Ein historisches Museum sollte der politischen Vereinnahmung der Geschichte keinen Vorschub leisten, aus welchem politischen Lager sie auch kommt. Dazu ist eine andere Darstellungsweise erforderlich als bisher, vielseitiger, kritischer, vor allem aber: ein eigenes Urteil des Betrachters zulassend. Deshalb haben wir über fünf Jahre lang die Hauptausstellung des Stifters grundlegend überarbeitet und dabei auch die Anregungen unserer Besucherinnen und Besucher berücksichtigt. Diese Überarbeitung wird weiter andauern, denn unser wichtigstes Anliegen ist es, aus dem Brandenburg-Preußen Museum einen Ort des lebendigen Dialogs zu machen.                                                                                                                         

Quelle des Zitates: Christopher Clark, Preußen. Aufstieg und Niedergang 1600–1947, 6. Auflage, München 2007, Einleitung, S. 12.

(Stand letzte Aktualisierung: 11. Juli 2022)