Veranstaltungen
JUNI
Freitag, 12. Juni 2026, 18.00 Uhr
Gesprächsabend „Warum der Osten anders bleibt“
Professor Dr. Steffen Mau
Die Diskussion über Ostdeutschland und das Verhältnis zwischen Ost und West flammt immer wieder auf. Sei es anlässlich runder Jubiläen, sei es nach Protesten – oder nach Wahlen. Und dennoch gibt es in dieser Debatte keine Verständnisfortschritte. Sie dreht sich im Kreis, auf Vorwürfe folgen Gegenvorwürfe: »Ihr seid diktatursozialisiert!« – »Ihr habt uns ökonomisch und symbolisch kleingemacht!«
Steffen Mau ist Professor für Makrosoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften. Er zählt zu den profiliertesten deutschen Sozialwissenschaftlern der Gegenwart. Mit seinen Büchern „Lütten Klein“ (2019) und „Ungleich vereint“ (2024) hat er eine breite öffentliche Diskussion über die gesellschaftlichen Folgen der deutschen Einheit angestoßen.
Die Anmeldung erfolgt über das Pfarrbüro Wustrau unter 033925 70254.

Freitag-Sonntag, 19.-21. Juni 2026
4. Rhinluch-Festival
Konzertscheune Weberhof, Langen
Vom 19.–21. Juni 2026 wird in Tarmow und Langen zum 4. Rhinluch-Festival eingeladen. Freuen Sie sich auf hochkarätige Künstler und die besondere Atmosphäre zwischen Natur, Kultur und Sommerabendstimmung.
Am 20. Juni um 17.00 Uhr findet in der Konzertscheune Weberhof in Langen ein Orchesterkonzert zwischen virtuosen Solobeiträgen und klangvoller Streicherliteratur statt.
https://www.ticketmaster.de/.../traditionen-im.../1024971627
Ebenfalls in der Konzertscheune Weberhof können Sie am 21. Juni um 17.00 Uhr dem großen Kammerkonzert zahlreicher internationaler Solistinnen und Solisten beiwohnen.
https://elysium.classicathome.com/.../grosses-kammerkonzert
Für das Virtuosenkonzert am 19. Juni sind leider keine Tickets mehr verfügbar.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Rhinluch-Festival und freuen uns über alle Gäste, die wir am 20. Juni zur Führung in unserem Museum begrüßen dürfen. Die Buchung der Führung erfolgt über die Brandenburgischen Sommerkonzerte.
Die Anmeldung für die Konzerte läuft nicht über das Brandenburg-Preußen Museum. Nutzen Sie dafür die oben angeführten Links oder kontaktieren Sie die Brandenburgischen Sommerkonzerte. Infos & Programm: www.rhinluch-festival.de/konzerte/.
JULI

Sonntag, 5. Juli 2026, 15.00 Uhr
#BPM-Vortragsreihe
Friedrich der Große und George Washington. Parallele Leben
Prof. Dr. Jürgen Overhoff
Wie lässt sich ein neuer Blick aus ungewohnter Perspektive auf den großen Preußenkönig Friedrich II. gewinnen? Indem man ihn mit einer anderen eindrucksvollen Gestalt aus dem 18. Jahrhundert vergleicht: George Washington. Beide Männer ähnelten einander in überraschender Weise, denn sie prägten mit Preußen und den USA entscheidend zwei Staaten, die erst im Zeitalter der Aufklärung entstanden. Von Anfang an verkörperten sie dabei zwei gegensätzliche Politikmodelle. Das Königreich Preußen stand für Alleinherrschaft im Zeichen der Vernunft; die Vereinigten Staaten lebten hingegen Parlamentarismus und Demokratie vor. Faszinierend ist, dass Washington und Friedrich II. voneinander wussten und sich einerseits schätzten, anderseits aber auch eine klare gegenseitige Abgrenzung vornahmen. In der heutigen Zeit, in der sich die liberale Demokratie den Anfechtungen autoritärer Politikentwürfe erwehren muss, ist die Betrachtung der parallelen Leben des legendären preußischen Königs und des ersten Präsidenten der USA besonders aufschlussreich.
Jürgen Overhoff ist seit 2013 Professor für Historische Bildungsforschung an der Universität Münster. Er studierte in Berlin, London und Cambridge Neuere Geschichte, Evangelische Theologie, Philosophie und Politologie und lehrte an der Universität Hamburg Historische Pädagogik und Neuere Geschichte. In Münster gründete er 2014 die Arbeitsstelle für Deutsch-Amerikanische Bildungsgeschichte. Zudem amtierte er zwischen 2018 und 2022 als Präsident der Deutschen Gesellschaft für die Erforschung des 18. Jahrhunderts. Zu seinen Publikationen zählen Monografien über Benjamin Franklin sowie Hobbes's Theory of the Will: Ideological Reasons and Historical Circumstances. Anlässlich des bevorstehenden 250. Jahrestags der amerikanischen Unabhängigkeit und der politischen Entwicklungen in den USA veröffentlichte Professor Overhoff 2026 das Buch George Washington and Frederick the Great: Parallel Lives bei Princeton University Press, das am 27. April 2026 im Wall Street Journal besprochen wurde.
Um eine Anmeldung unter (033925) 70798 oder museum @ bpm-wustrau.de wird gebeten. Die Teilnahme am Vortrag kostet 7 € inkl. Museumsbesuch.

Sonntag, 19. Juli 2026, 15.00 Uhr
#BPM-Vortragsreihe
Königin Luise. Leben und Mythos
Rudolf G. Scharmann
Luise von Preußen fasziniert bis heute. In einer Zeit, in der die preußische Monarchie auf der Kippe stand, bezauberte die junge Königin in ihrer zugewandten Art viele Menschen und wuchs angesichts schwieriger Zeitumstände weit über sich hinaus. Rudolf G. Scharmann beschreibt Luises privates und öffentliches Leben und gibt zugleich einen Überblick über die spätere Verklärung und die Entstehung des Luisenkults.
Rudolf G. Scharmann war Kastellan des Charlottenburger Schlosses und ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur preußischen Hofkultur. Sein Buch Preußische Prinzessinnen: Leben in Schlössern und Gärten der Romantik erschien 2024 im BeBra Verlag.
Um eine Anmeldung unter (033925) 70798 oder museum @ bpm-wustrau.de wird gebeten. Die Teilnahme am Vortrag kostet 7 € inkl. Museumsbesuch.
SEPTEMBER

Sonntag, 13. September 2026, 15.00 Uhr
#BPM-Vortragsreihe
Provokation. Stilmittel der Bismarck‘schen Außenpolitik
Prof. Dr. Jürgen Angelow
Als preußischer Ministerpräsident (1862-1890) und Reichskanzler (1871-1890) war Otto von Bismarck zuständig für die Außenpolitik Preußens bzw. des Deutschen Reiches. Dabei vertrat er einen „realpolitischen“ Ansatz. Nicht abstrakte Ideologien oder moralische Reflexe, sondern reale Voraussetzungen und Konstellationen bildeten die Berechnungsgrundlage einer auf das Machbare ausgerichteten pragmatischen Interessenpolitik. Gerade auf außenpolitischem Terrain spielte Bismarck die Klaviatur der Provokation mit großer Virtuosität: Mal agierte er mit schroffer Offenheit, mal mit symbolischer Herabsetzung und der Verletzung der diplomatischen Höflichkeit, mal mit dem Aufbau von Druck oder subtiler Kriegsdrohung. Immer ging es ihm darum, die gegnerische Regierung zu testen, einzuschüchtern oder zu unüberlegten Handlungen bzw. zum Nachgeben zu zwingen. Innenpolitisch war dieser Kurs auf Mobilisierung und die Gewinnung von politischen Mehrheiten angelegt. Das war im Großen und Ganzen recht erfolgreich, doch es funktionierte nicht immer. So blieben auch Rückzug oder Strategiewechsel Optionen.
Prof. Dr. Jürgen Angelow hat sich intensiv mit der Außen- und Sicherheitspolitik Preußens und des Deutschen Reiches befasst. Er erläutert das Stilmittel der Provokation an einigen Beispielen Bismarck‘schen Handelns und schlägt eine Brücke zum internationalen System der Gegenwart.
Jürgen Angelow ist außerplanmäßiger Professor für Neuere Geschichte an der Universität Potsdam und Lehrbeauftragter an der Freien Universität Berlin. Gastprofessuren, Lehrstuhlvertretungen, DAAD-Lehraufenthalte und Vorträge führten ihn u.a. nach Australien, Kuba, Polen, in die Ukraine, nach Bulgarien und Österreich. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen neben den Internationalen Beziehungen am Vorabend des Ersten Weltkrieges auch Mächtesystem, Außenpolitik und Militär im 19. und 20. Jahrhundert sowie Historische Biografie und Historiografiegeschichte. Nach seiner Habilitation Kalkül und Prestige. Der Zweibund am Vorabend des Ersten Weltkrieges schrieb er Monografien wie Der Weg in die Urkatastrophe. Der Zerfall des alten Europa 1900-1914.
Um eine Anmeldung unter (033925) 70798 oder museum @ bpm-wustrau.de wird gebeten. Die Teilnahme am Vortrag kostet 7 € inkl. Museumsbesuch.

Sonntag, 27. September 2026, 15.00 Uhr
#BPM-Vortragsreihe
Des Kaisers Nachmieter: Das Berliner Schloss zwischen Revolution und Abriss: Die Nutzung des Berliner Schlosses von 1918 bis zum Abriss“
Dr. Christian Walther
Christian Walther zeigt, dass das Schloss zu Zeiten der Weimarer Republik zu einem Zentrum von Wissenschaft und Kultur wurde: Kunstgewerbemuseum, Museum für Leibesübungen, Deutscher Akademischer Austauschdienst, Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft – sie alle hatten ihren Sitz im Schloss. Der Schlüterhof wurde zur Kulisse festlicher Freiluftkonzerte, und das Studentenwerk betrieb in der ehemaligen Schlossküche eine Mensa. Das Schloss nach der Revolution wurde zum Schloss der Republik – und zum Schloss der Frauen, oft jüdischer Herkunft, nicht selten aus dem Ausland, Akademikerinnen in erster Generation.
Christian Walther ist freier Journalist. Seit dem Studium der Politikwissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin arbeitet er für Presse, Funk und Fernsehen, vor allem als Reporter für die Berliner Abendschau des rbb Fernsehens. Er war Pressesprecher der Freien Universität, der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie der Leibniz-Gemeinschaft. Bis September 2020 war Walther auch Vorsitzender des Journalistenverbands Berlin-Brandenburg. Walther ist seit 1982 Diplom-Politologe und wurde 2015 mit einer zeitgeschichtlichen Biografie über den Liedertexter, Lyriker und Librettisten Robert Gilbert promoviert. Sein 2021 erschienenes Buch Des Kaisers Nachmieter – Das Berliner Schloss zwischen Revolution und Abriss fand große Beachtung. Walther schildert darin den Funktionswandel des Schlosses von der Hohenzollern-Residenz zum Zentrum für Kultur und Wissenschaft am Beispiel von neun Frauen, darunter Lise Meitner und Marie-Elisabeth Lüders.
Um eine Anmeldung unter (033925) 70798 oder museum @ bpm-wustrau.de wird gebeten. Die Teilnahme am Vortrag kostet 7 € inkl. Museumsbesuch.








