Am 28. September 1717 verfügte König Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig, die allgemeine Schul- und Unterrichtspflicht. Damit war Preußen einer der ersten europäischen Staaten mit dem Anspruch allgemeiner Volksbildung, weit vor Frankreich (1880) und England (1884). "Die guten Köpfe studieren, die übrigen lernen rechnen und schreiben und werden auf das Handwerk geschult." Nach dieser Maxime förderte der Soldatenkönig, der treffender Schulkönig genannt werden müsste, auch die berühmten Franckeschen Stiftungen.
Der pietistische Pfarrer August Hermann Francke gründete 1698 in Glaucha bei Halle ein Waisenhaus: das Fundament seiner Stiftungen - ein lebendiger Organismus aus Schulen, aus Bibliothek und Naturalienkabinett, Botanischem Garten, Druckerei, Verlagsbuchhandlung, aus Bibelanstalt, Krankenhaus und Apotheke, die Medikamente in die ganze Welt versandte. 3.000 Schüler (Knaben und Mädchen!) erfuhren in den Schulen Franckes ohne Standesgrenzen die beste Ausbildung und Erziehung ihrer Zeit. Franckes Schüler, auch die Mädchen, sollten auf das praktische Leben vorbereitet werden. Berufstauglichkeit war das Ziel.
Ein bahnbrechendes Lehrkonzept führte zu einer frühen Ingenieursausbildung für eine Generation, die befähigt war, für die industrielle Revolution. Preußen-Deutschland wurde führend in Chemie, in der Optik und Feinmechanik sowie in der Elektrotechnik.


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